Review

Style Need No Color

Schwarz auf Weiss II

From Here To Fame • 2011

Von From Here To Fame erwartet man i.d.R. irgendetwas im klassischen Dunstkreis von Graffiti oder Urban Art. Das trifft zwar auch auf Style Needs No Color (SNNC) zu, doch wird dieses Metier hier einer größeren Vision unterworfen: Der Macht der unbunten Farben, fernab von Farbtönen und –sättigung, fernab von Genre- oder Technikbeschränkungen. Schaut man genauer hin, so wird klar, woher diese untypische Veröffentlichung resultiert: Für die gesamte Umsetzung des Buches bis zu den Pforten des Verlages ist das Kollektiv SNNC verantwortlich, welches sich im Laufe der letzten Jahre ein Netzwerk mit der gemeinsamen Begeisterung für die Abstinenz von farbiger Effekthascherei aufbauen konnte. SNNC haben ihre Wurzeln in Graffiti und Street Art, und sind regelmäßig bei Ausstellungen, Live Paintings, Installationen und Zusammenarbeiten mit Streetwear-Labels auf der ganzen Welt beteiligt. Zur Dokumentation der Essenz dieses Netzwerkes entstand der erste Band von Schwarz auf Weiss, dessen Inhalt noch zu großem Teil aus Pieces und Characters aus dem Bereich Graffiti stammte. Der zweite Band geht da einen Schritt weiter und reduziert die klassischen Pieces auf ein Minimum, wobei zusätzlich noch die Qualität der Veröffentlichungen insgesamt gesteigert wurde. Zu sehen sind auf den 144 Seiten detaillierte, liebevolle und teilweise recht abstrakte Skizzen von mehr oder weniger alltäglichen Alltagsszenen, futuristischen und surrealen Gestalten, Traumlandschaften und fabelhaften Märchenfiguren; Monstern, Robotern, Schlachtszenen, Porträts uvm. Gerade in diesem mangelnden Schubladendenken liegt wohl die Stärke des Projektes und des daraus resultierenden Buches: Man kann durch ein unbuntes Universum schweben und Werke verschiedener Stilrichtungen auf sich wirken lassen, losgelöst von Genrekonventionen, um sich auf die Suche nach dem gemeinsamen Nenner zu begeben: Style. Man kann natürlich auch einfach nur das hochwertige Buch durchblättern und die Zeichnungen genießen, die einem gefallen oder sich wundern, was eigentlich im Kopf des Künstlers vor sich ging als er diesen oder jenen Strich manifestierte. Ausführliche Texte, Erklärungen und Kommentare wurden wohl zugunsten dieser praktischen Überzeugungsarbeit ausgelassen. Das hätte den Zugang zu manchem Werk vielleicht erleichtert, stört aber nicht weiter und fügt sich nahtlos ins Gesamtkonzept ein.

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