Der kalifornische Produzent Sudi Wachspress alias Space Ghost hat sich schon in verschiedenen Stilen erprobt, eine große Vorliebe scheint er etwa für funkgesättigten House zu haben. Für sein jüngstes Album, »Private Paradise«, hat er sich auf beiden Gebieten jedoch stark zurückgehalten. Lediglich zwei Nummern (»Inner Focus« und »Time Station«) hat er mit druckvoll geradem Beat und Deep House-Akkorden ausgestattet, der Rest ist melodisch tänzelnder Ambient oder lässt den Rhythmus ganz sachte in gemäßigtem Tempo pluckern. Für seine Produktionen setzt er auf digitale Klänge, die an die Achtziger gemahnen, aber auch das Interesse jüngerer Jahre an artifiziellen Instrumenten aller Art erkennen lassen. Titel wie »Virtual Age« scheinen das mit ein bisschen Konzept aufzuladen. Zum Kern der Angelegenheit führt aber eher das gelassen gleitende Titelstück oder die sprechend »Sounds of Peace« und »Heal« benannten Ambient-Entspannungsübungen. Man könnte das als »Wohlfühl-Electronica« abtun, käme die Musik von Space Ghost nicht mit so einer unaufdringlichen Kraft und so kitschfreier Eleganz daher. Aggression ist beileibe genug da draußen, und es ist ja keinesfalls so, dass man die um jeden Preis mit dezidiert triebabführender Musik gleich einem Dämon austreiben muss. Bei Space Ghost ohnehin nicht.

Private Paradise