Review

Dzine

The Beautiful Struggle: The Art of Dzine

Gingko Press • 2011

In seiner Kunst kombiniert Dzine amerikanische Customize-Kultur mit barockem Bling Bling, unter teils grotesken, psychedelischen Einflüssen. In seinen Installationen, Skulpturen und Gemälden verschmilzt so ein Universum üppiger Farben und Formen, die wiederum ein Hybrid aus Siebziger-Retro-Chic, tradiertem Latino-Kitsch und modernem Design bilden. Mit ausgeklügelter Akribie und der Verwendung kostspieliger Materialien (alles von Spiegeln, Swarrowski Kristallen, 24-Karat Gold und aufwendigen Lackierungen), eingeflochten in alltagsgewöhnliche Gegenstände, lässt er damit El Barrio auf die Wall Street treffen. Luxusgüter kollidieren mit Wertesystemen der Straße – Sehnsucht, Verlangen, Identität, Schönheit, Status. Dzine recycelt und rekontextualisiert diese Objekte und Materialien. Dabei verwendet er zugängliche und ikonische Gegenstände, aus denen er wiederum einzigartige Prunkstücke kreiert. Ohne nostalgische Referenz oder politischen Aussagen, wie es Vorreiter der lateinamerikanischen, urbanen Kunstszene wie Pepón Osorio oder Rene Yáñez zelebrierten.
The Beautiful Struggle ist die erste umfassende Sammlung von Arbeiten Dzines. Auf mehr als 200 Seiten erstrecken sich Ghetto-tauglich gepimpte Boote, aufwendige Wandbemalungen und Illustrationen, penibel lackierte Low Rider, als auch detailliert verarbeitete Felgen, Rahmenausschmückungen und Karosserievarianten für Fahrräder, die neben Pomp und Protz z.B. eingearbeitete überdimensionale Ghetto Blaster tragen. Eine Reflektion US-gefilteter aufgemotzter Straßencruiser, Bass-pumpenden Formsprachen und hydraulischen Farbprismen. Ein visueller Exzess, der in kaleidoskopischer Ästhetik glänzt und funkelt. Das größte erklärte Karriereziel des in Chicago lebenden Künstlers mit stolzer Puerto-Ricanischer Abstammung war es schon immer, Straßen-basierte Kunst auf eine selbe Stufe hieven zu können, ihr dieselbe Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu teil kommen zu lassen, wie es auch jenen Protagonisten der klassischen Kunst gewährt wird. »Dzine ist ein leidenschaftlicher Perfektionist oder, um es weniger diplomatisch auszudrücken, er ist ein hitzköpfiger Nörgler«, erklärt Shepard Fairey. »Es ist genau diese Intensität, die seine unglaublich ästhetische Arbeit antreibt. Seine Kunst ist spektakulär, womit ich meine, dass sie ein wahrlich blendendes zu bezeugendes Spektakel darstellt. Ob Gemälde, Skulptur oder Installation, seine sorgfältige Herangehensweise Kunst zu schaffen ist auf allen Ebenen raffiniert, und funktioniert oftmals auch auf allen Ebenen.«

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