Review Rock

Black Country, New Road

For the First Time

Ninja Tune • 2021

Mit Yolo-Attitüde kommt man bei Black Country, New Road nicht weiter. Die siebenköpfige Band aus London ist immer noch ein – psscht – Geheimtipp, sofern man sich nicht zufällig eine Kollektion an Tartan-Schals in der Garderobe versteckt hat. Die Band veröffentlichte erst zwei Vinyl 7inches, hat mit Live-Konzerten (ja, damals…) aber einen mittelgroßen Hype auf der Insel ausgelöst. Vergleiche mit Tortoise und Slint fielen. Black Midi sind gute Freunde. Ninja Tune hat die geballte Millennial-Angst unter Vertrag genommen. Auf Bandfotos sehen die sieben Buberln und Mäderln so aus, als hätte man den Friends-Cast in den späten Neunzigern schockgefrostet, um ihn zwei Jahrzehnte später über den Atlantik zu schippern. Erst mal aufgetaut, springen sie einem dann mit Musik an den Hals, die Rock in den Jazzclub verlegt und Jazz auf Menschen zuschneidert, die mit 35 ihre alten Band-Shirts zum Moshpit beim Zoom-Konzert überstreifen. Das hat alles gute Gründe. Allein die Violinistin prügelt auf ihrem Instrument herum, man könnte glauben, sie stäche jeden Moment einen Bystander für Menthol-Zigaretten ab. Isaac Wood, der Sänger, ist die perfekte Mischung zwischen Mark Kozelek auf Speed und Kurt Vonnegut auf Britisch. Und Tyler Hyde hat als Tochter von Trainspotting-Underworld-Hälfte Karl Hyde schon auf deren Schallplatten mitgeträllert. Ist aber alles egal, weil Black Country, New Road tatsächlich anders klingen, also den besten Johnny aus dem Jackie-O-Motherfucker-Harem geraucht haben, Ornette Coleman zum Bio-Brunch auflegen und zur Nachspeise eine Dose Ege Bamyasi runterwürgen. Makes your tummy go yummy!

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