Instrumental-LPs obliegen gewissen Vorurteilen – »Kennst du eins, kennst du alle«, bestätigt der kleine Beatfanatiker im Ohr und kopiertastet 14KTs »Nickel & Dimed« in die Wiedergabeliste. Die Rahmenbedingungen sind so altbekannt und zuverlässig wie die veröffentlichungs-technischen Geburtenhelfer der Mello Music Group selbst: Samples, Drumbreaks, Vocal-Interludes. Daneben steht die durchaus sehenswerte Video-Single »Five & Ten« im Hanna-Barbera-Stil, eine handvoll halbwegs interessanter Featuregäste auf den Bonustracks und im Waschzettel werden prominente Production-Credits aus seiner Diskografie herbeizitiert (u.a. Aloe Blacc, Bun B und Danny Brown). So weit, so überschaubar. Doch was das Athletic Mic-League-Siebtel auf den 15 Rohdiamanten feinblechnert , sind gänzlich andere Edelmetalle als der gewohnte Sound seines Label-Umfelds. So treffen auf seinem zweiten Solo-Wurf westküstlicher Electro-Funk und südstaatliches Synthie-Gewobbel auf lockere Sample-Flips, was das selbsternannte Karat Gold Classic Kid als »Boombap-Electro-Future-Wave-Soul« zusammenfässt. J Dilla hat auch 14KTs Leben hörbar gechanged, mischen sich unter die konventionellen Sample-Arrangements doch immer wieder rotziges Synthie-Geplänkel oder versetzte Drum-Breaks – neben der obligatorischen Rap-Einlage des Protagonisten selbst. Im Bonus-Teil zeigen Blu, MED oder Jamal Bufford (alias Buff 1) mal mehr, mal weniger beeindruckend, wie die vorangegangen Beat-Trockenübungen umzusetzen sind. Vor fünf Jahren hätte sich 14KT mit »Nickel & Dimed« locker einen vorderen Platz in der Rucksack-Rangordnung gesichert. Heutzutage haben solche Projekte aber mehr mit Vorurteilen, als mit Goldmedaillen zu kämpfen.

Nickel & Dimed