
Ja, wir wiederholen uns. Neben Omar-S, der Future Times-Posse und The-Dream hat auch Funkineven mittlerweile ein Abo für diese Kolumne. Waren seine letzten hier masturbatorisch gefeierten Tracks meist rohe Acid-Jams, ist Chips allerdings eine etwas andere Baustelle. Klar, auch hier rumpeln die alten Drummachines, aber alles wird dominiert von diesem brillant extrahierten Sample der gleichnamigen TV-Serie, das Funkineven immer und immer wieder loopt, choppt, stoppt und damit ein bißchen so klingt, als hätte Gene Farris 1996 den Prog-Rocker in sich nicht weiter unterdrückt. Seit Monaten bereits in jedem Funkineven-Set gehört, verzweifelt darauf gewartet, jetzt endlich da – Okraj und Aigner freuen sich kollektiv einen Ast ab und werden in vier Wochen vermutlich auch nicht davor zurückschrecken Funkinevens Photomachine Remix an selber Stelle wieder ähnlich euphorisch zu besprechen. No escapin‘ this, der Mann hat den Midas Touch momentan.
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Dass der für diesen aussergewöhnlichen Mix verantwortliche mysteriöse Bintus, der offenbar mit dieser Musik sozialisiert wurde, auch selbst seit 20 Jahren Musik produziert (soviel gibt die Recherche her), bei all diesen Einflüssen (und zumindest unter diesem Pseudonym) erst in diesem Jahr damit begonnen hat, diese auch auf das schwarze Gold zu verewigen, das stimmt ein wenig traurig. Denn Corrosion Control ist ein nur so vor Energie strotzender Acid-House-Jam, der diese unwiderstehlichen tiefen Frequenzen herrlich unaufgeregt in den Vordergrund rückt und völlig nüchtern nach vorne presst. Seht her, ich mache Acid, der auch so klingt und mit der ersten Bassline die Assoziationskette zu schwefelnder Säure herstellt. Acid ist, auch 25 Jahre nach seiner Entstehung nicht totzukriegen. Hell yeah, und das ist auch gut so.
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Doch zurück zum Track. Omar-S‘ Detroit-Mix von Tonite, der ersten Single von Aaron ‚Fit‘ Siegel, überzeugt mit einer strukturierten, unaufdringlichen Percussion (nun gut, die Hi-Hats drücken ordentlich), dezent zurückgenommener Synth (dabei wissen wir: sein Markenzeichen!) und gekonnt in den Vordergrund akzentuierter Klavierakkorden. Und ja das Vocal, davon gibts in der House Music doch momentan nachwievor zu wenig. Nächster Monat nächster Hit.
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