The Unraveled Thread – All-Over Prints

18.06.2013
Foto:Illustration by Hayley Warnham Hayley Warnham
Mit jedem Stück Stoff, das man trägt, trägt man auch ein Stück Geschichte am Körper. Kleidungsstücke offenbaren vieles und The Unraveled Thread wird immer jeweils ein Modeelement auseinander nehmen um das damals und heute aufzudecken.

Was als Frauentrend begann erreichte eine Saison später auch den Laufsteg der Männer. Für die Sommersaison 2012 stellte Prada T-Shirts im Stil der 1950er Jahre mit cartoonhaften Pasteldrucken von tanzenden, surfenden, Boot fahrenden und golfenden Paaren vor – inspiriert von einem in Miami gefundenen Vintage-Shirt. Nun scheint die Sache mit den All-Over Prints auch zu erschwinglicheren Streetwear-Marken durchgesickert zu sein, die Shirts mit grellen Farbenkontrasten, die einem fast die Netzhaut verbrennen und fetten Mustern neben einigen verhalteneren detailreichen Designs verkaufen. Das T-Shirt ist seit langer Zeit ein Mittel um Geschmack und Meinung auszudrücken. Aber es wurde nicht immer genutzt um Logos, Zugehörigkeiten oder Musikgeschmack zur Schau zu stellen, sondern es wurde früher ganz funktional als Unterwäsche von Männern der Arbeiterklasse und der U.S. Navy getragen. T-Shirts, die im Spanisch-Amerikanischen Krieg getragen wurden hatten einen runden Ausschnitt, waren kurzärmelig und weiß. Klassisch halt. Bei heißem Klima wurde es für Seeleute und Marinesoldaten normal ihre Jacken auszuziehen und in Unterwäsche zu gehen. Nach dem zweiten Weltkrieg, begannen Veteranen ihre Uniformhosen mit einem T-Shirt als Freizeitkleidung zu tragen. Marlon Brando, der im Film »A Streetcar Named Desire« der Wife-Beater-Mode Glaubwürdigkeit verliehen hatte, half auch dem T-Shirt sich als Kleidungsstück, das alleine funktionieren kann, zu etablieren. Ein paar Jahrzehnte und T-Shirts später begann die Nutzung des T-Shirts als Hilfsmittel für politischen und sozialen Aktivismus, wie es Katharine Hamnett mit ihren Slogan-T-Shirts machte, die Botschaften wie »Education not Missiles« und »Choose Life« trugen, oder als kreatives Ventil für Jugendliche von Subkulturen: Hippie-Batik-Shirts, Punkshirts mit Sicherheitsnadeln.
Beim All-Over Print T-Shirt, ist die Aussage nicht so eindeutig. Hier scheint die Ästhetik mehr als der Inhalt im Fokus zu sein: Paisley, Camouflage oder Tribal Designs. Mehr ist mehr. Clashing wurde vom Matching abgelöst. Vielleicht weiß man nicht, von woher Paisley eigentlich stammt, aber wen interessiert das – es ist am Ende ja auch einfach bloß ein T-Shirt. Zumindest jetzt in diesem Moment ist es das.

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