Public Enemy – Live am 8.7. auf dem Splash! 2011 in Gräfenhainichen

09.07.2011
Foto:Tobias Hoffmann / PhyreWorX
Eine der Überraschungen auf dem diesjährigen Splash! Festivals: Die Rap-Opis von Public Enemy beweisen, dass sie ganz und gar nicht altersmüde sind, drehen laut auf und gaben dem jüngeren Publikum eine Lektion in Sachen politischer Rap.

Yeeaaah Booooi! Call 911, denn die Staatsfeinde No.1 zerlegten am Freitagabend nach dem Auftritt von Prinz Pi beim Splash! Festival die Hauptbühne. Jeder Besucher, der Public Enemy unter Hip Hop’s rentenlosem Ruhestand abgehakt hatte und den Auftritt allerhöchstens aus nostalgischen Gründen ansah, bekam getreu dem You’re Gonna Get Yours sein Fett ab. Die HipHop-Dinosaurier drehten, vielleicht auch ihrer abgenutzen Hörkanäle geschuldet, laut auf und brachten den Noise wie bei Power To The People And The Beats. Flavor Flavs Reality Show-Desaster mit Fremdschäm-Faktor mag noch peinlich im Gedächtnis sein, aber als der Grandpa des Game mit goldenem Gebiss und altersfreundlicher Zeitanzeige die Bühne betrat, stand die Uhr auf 1987, dem Jahr, als die Welt von den Rebels Without A Cause erschüttert wurde. Für das deutlich jüngere Publikum gab es eine gehörige Lektion Political Funk und die älteren Zuhörer wurden in die Jugendzeit katapultiert, als Public Enemy die Angst vor dem schwarzen Planeten in der weißen Oberschicht provozierten und politischen Rap bis in die Etagen der Majors transportierten. Die militanten, unangepassten Statements haben auch zwanzig Jahre später nichts an Relevanz eingebüßt und die Menge hob die Fäuste zu Fight The Power. Chuck D reimte in Bestform seine priesterlichen Texte, während Flav, ganz in seinem Element, bis zum Publikum turnte. Bei fortschreitendem Alter ist es auch verständlich, wenn der TV-Sugar Daddy in seiner clownischen Art beim enthusiastischem Vollkörpereinsatz die Übersicht verliert und sich rücklings auf die Fresse legt. Die Band lieferte mit der unersetzlichen Gitarre und mörderischen Drums die Zutaten für den Dead Ass Funk der AC/DC des Rap. Der energiegeladene Auftritt zeigte, dass es mehrere Millionen braucht, um die Kraft von Public Enemy zurückzuhalten. In dem Falle glauben wir einmal dem Hype und freuen uns, dass die totgesagte HipHop-Nation zumindest beim Splash! noch eins ist. Das Highlight des Tages lieferten dann doch zu späterer Stunde unsere Lieblingskannibalen von K.I.Z., aber Public Enemy ließen nach zwanzig Jahren keine Zweifel am Whicked-Game der Rapcriminals offen.

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