Planningtorock – Live am 26.2. im Schwuz in Berlin

28.02.2014
Foto:Patrick Cavaleiro / © hhv.de mag
Die sonst so laute Feministin, Aktivistin und Multimedia-Künstlerin Planningtorock hatte bei ihrem »Heimspiel« am vergangenen Mittwoch in Berlin einen scheuen Moment. Den wurde sie nachfolgend nur noch schwer los.

»Jetzt bin ich scheu.« Dieser Satz kehrte in der Mitte ihres Berlinkonzertes am vergangenen Mittwoch für einen kurzen, schönen Moment eine Seite der sonst so lauten Künstlerin nach außen. Die Feministin, Aktivistin und Multimedia-Künstlerin Planningtorock hatte bei ihrem »Heimspiel« im vor kurzem erst neu eröffneten und sehenswerten Berliner Club SchwuZ eine Zeit lang mit der Technik zu kämpfen und bat ihr Publikum im restlos ausverkauften Saal um Geduld. Die bis dahin wenig verhaltensauffällige Menschenmenge ging noch eine Stufe weiter und schwieg einfach und wartete ab, was als nächstes passieren könne. Ein paar Anfeuerungsrufe hatte man vielleicht erwartet, aber nicht diese Stille. Genau das hatte wohl auch Janine Rostron umgehauen, die sich daraufhin einfach sprachlos zeigte: Planningtorock – die an diesem Abend ohnehin schon auffällig still war und etwas nervös schien – versäumte es, die Stimmung mit ein paar Ansagen aufzulockern. Stattdessen: »Jetzt bin ich scheu.« Dennoch verfehlte der seine Wirkung nicht: sie bekam sogleich aufmunternde Worte zugerufen, Pfiffe und Beifall folgten. Ängstlichkeit und Verletzlichkeit sind nicht gerade die Punkte, die man mit dieser selbstbewussten Frau assoziiert. Doch auch dieses Stimmungshoch konnte kaum darüber hinwegtäuschen, dass selbst bei ihren – nicht gerade tanzbaren, aber dennoch stimmungsvollen – Hits »The Breaks« aus dem Vorgängeralbum »W« oder der aktuellen Single »All Love’s Legal« kaum jemand aus sich herausging und das Publikum lieber konzentriert die Performance der Sängerin analysierte. Dabei hinterließen vor allem ihre gesanglichen Fertigkeiten einen starken Eindruck. Mal wie ein Crooner der ausgehenden 1940er Jahre, mal an einen alten Elvis erinnernd, beeindruckte Planningtorock mit ihrer Stimme, die weder künstelnd noch kopierend klang (Antony Hegarty oder Jamie McDermott von The Irrepressibles drängen sich als Vergleiche auf), sondern sehr eigenständig, kontrolliert und elegant durch die Songs führte und somit jedwede geschlechterbedingte stimmliche Eingrenzung vom Tisch fegte. Doch auch als sie für »Let’s Talk About Gender, Baby« fünf Oktaven nach oben kletterte und plötzliche wie eine Elfe über wiederum sehr tanzbare Beats sang, haute dies nicht das Publikum vom Hocker. Stattdessen folgte bald »Living It Out« als Abschluss und nach einer knappen Stunde war schon wieder Ende. Da darf man schon mal scheu sein.

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